Jahresauftakt des Fischereivereins Schmidmühlen

Geburtshelfer für Lauteracher Bachforellen

SCHMIDMÜHLEN (sr). „Wir stehen in den Startlöchern“ – so kommentiert der Vorsitzende des Fischereivereins Schmidmühlen, Josef Deml, den Jahresauftakt, der für einige Mitglieder ziemlich frisch und ungemütlich begann. Unwirklich war auch die Örtlichkeit zum Auftakt des Vereinsjahres: Die Lauterach in Schmidmühlen. Dort wurden die Brutkästen für Bachforellen kontrolliert und auch teilweise schon dem Gewässer entnommen.

Kleine Firschlarven mit Dottersack – auf dem Weg zur Lauteracher Jungforelle. Foto: Josef Popp

Hinter dem Fischereiverein liegt ein arbeitsreiches Jahr. So konnte das Vereinsheim im Zieglerweg in Schmidmühlen weitestgehend fertig gestellt werden. Die Mitgliederzahl hat ein Maximum erreicht, vorerst werden und können keine Mitglieder mehr aufgenommen werden, wie der Vereinsvorsitzende feststellte. Es wurde eine Warteliste wurde eingerichtet, neun Personen stehen schon auf dieser Liste. Der Fischereiverein Schmidmühlen hat mit einer attraktiven Vielzahl von verschiedenen Gewässern wie Seen, Weihern, der Vils, und der Lauterach als Salmonidengewässer einen guten Ruf als besonders aktiver Verein.

Seit mehr als zehn Jahren versuchen sich die Mitglieder des Fischereivereins in der „kalten Jahreszeit“ als „Geburtshelfer“ für Bachforellen in der Lauterach – durchaus mit Erfolg. „Wie schon in den letzten Jahren zuvor wurden Mitte Dezember 2023 erneut Bachforelleneier im Augenpunktstadium in der Lauterach ausgebracht, um eine möglichst naturnahe Reproduktion dieser Fischart zu gewährleisten“, erklärt Josef Deml bei einem Ortstermin.

Aufgrund der sehr guten Erfahrungen der letzten Jahre wurden wieder 15.000 Bachforelleneier in den beiden Lauteracharmen ausgebracht. Die Eier füllte man dazu in die bewährten WV-Brutboxen, die wiederum in stabilen Gitterkäfigen innerhalb einer Steinpackung sitzen. Übrigens: „WV“ steht für „Whitlock-Vibert“. Die Namen von zwei US-Amerikanern, die diese Boxen entwickelt haben.

Im Januar konnte das Projekt nun abgeschlossen werden. Insgesamt erfolgten vier Arbeits- und Kontrolleinsätze an den Brutkästen. Dabei bereitete heuer der teilweise hohe Wasserstand der Lauterach durchaus Probleme.

Das System mit der Forellenbrut sei durchaus ausgefeilt. Erst nachdem sie den Dottersack für ihre Ernährung verlassen hat, so der Fischereivorsitzende, können die „schlanken Fischchen“ die Kästen durch die Schlitze in der Box verlassen und müssen selbstständig Nahrung suchen.

Zuerst fressen sie tierisches Plankton. Das sind z.B. einzellige Pantoffeltierchen, die bei den nicht zu kalten Wassertemperaturen (ca. 8 bis 10° Celsius) der Lauterach, auch um diese Jahreszeit ausreichen vorhanden sind. Natürlich bleibt von den kleinen Forellen in den nächsten Jahren nur ein Bruchteil an Fischen übrig. Der Rest fällt Fischräubern zum Opfer.

Gewässerwart Christian Kosel schätzt, dass von den etwa 95 Prozent geschlüpften letztendlich nur ein Prozent überleben wird. Diese Fische gelten dann als Wildfische, besonders gut an die Verhältnisse im Gewässer angepasst. Bis ins Frühjahr hinein werden sich die Überlebenden zu solchen kleinen Brütlingen entwickeln, die man dann bei genauem Hinschauen im Flachwasser beobachten kann.