Armutszeugnis?

Die Überraschung war groß, als der neue Bürgermeister dem Stadtrat in seiner ersten Arbeitssitzung von den Plänen der Burglengenfelder Kindergärten über eine vorab gemeinsam vereinbarte Gebührenerhöhung zum 1.9.2026 in Kenntnis setzte. Überraschend deshalb, weil das Gremium über die Anpassung und den dazu vorliegenden Verwaltungsvorschlag nicht informiert worden war, obwohl das Thema bereits seit vergangenen Herbst im Rathaus bekannt und konkret mit dem Amtsvorgänger Thomas Gesche im Januar mit den Kindergartenträgern abgesprochen wurde, ohne den Stadtrat einzubeziehen. Das Ergebnis dieser Überraschung war eine einstimmige Ablehnung. Zurecht! Soziale Verantwortung für die Zukunft braucht Unterstützung. Und Kinder sind die Zukunft. Gerade als Stütze für unsere überalterte Gesellschaft.

Es steht weiter außer Zweifel, dass eine gute Kinderbetreuung gerade für die Kleinen immer wichtiger und gleichzeitig aufwendiger wird, um qualifiziertes Personal zu bekommen. Andererseits werden gerade Eltern mit mehr Kindern, die auf den Arbeitseinsatz beider Partner zum Lebensunterhalt oft angewiesen sind, durch eine derart massive Gebührenerhöhung besonders belastet. Oder sie müssen unter großem bürokratischen Aufwand versuchen, beim Landtratsamt einen Zuschuss zu erhalten.

Der Grund für die Misere liegt in der bayernweit geplanten Umschichtung des Kindergartenzuschusses ab Januar 2027, der bislang pro Kind an die Kindergartenträger verpflichtend zur direkten Kostenreduzierung für die Eltern ausbezahlt wurde. Diese Verpflichtung besteht nicht mehr und das wird für die Eltern teuer.

Diese Auswirkungen zu erklären braucht es eine ehrliche und transparente Diskussion im Stadtrat mit klaren Zahlen was uns die geplanten Gebührenerhöhungen für Burglengenfeld kosten und inwieweit wir die betroffenen Eltern ebenso wie die Anforderungen der Kindergartenbetreiber unterstützen können. Eine Kostenschätzung für die Übernahme könnte hier Klarheit bringen. Ob sich hier eine Mehrheit im Burglengenfelder Stadtrat findet wird sich dann zeigen.

Die Nichtbefassung jedenfalls wäre ein gesellschaftliches Armutszeugnis und für Burglengenfeld kein Grund zum Feiern. Richtig ist jedenfalls, dass sich das Gremium erst einen ehrlichen Überblick über die Hauhaltslage in der Naabstadt verschafft. Angesichts der Schuldenlage mit Förderskandal und Gefängnisturmkostenexplosion keine einfache Entscheidung in der „Stadt zum Feiern“. Klar ist, bei der Kinderbetreuung handelt es sich um eine kommunale Pflichtaufgabe. Alles andere wäre ein Armutszeugnis. Darauf setz

Hans Glatzl