Die erste Sitzung des Burglengenfelder Kommunalparlaments mit sieben neugewählten Stadträten – darunter drei Frauen – war spannend. Schon die Zahlen der Wahl-Statistik zeigen deutliche Veränderungen. So verliert die CSU ersatzlos mit Christian Magerl und Thomas Gesche ihre zwei jüngsten Mitglieder.
Die SPD „feminisiert“ sich. Ob sich im Gremium daraus mehr Emanzipation entwickelt, ist allerdings fraglich, wie die Ablehnung einer Frau für die Position der 3. Bürgermeisterin zeigt.
So wurde der Umlandvertreter Thomas Hofmann mit 19 Stimmen als 3. Bürgermeister gewählt. Er hat damit sogar zwei Anhänger mehr als Sebastian Bösl als 2. Bürgermeister im neuen Amt. Interessant in diesem Zusammenhang: die überraschende SPD-Rochade. Offenbar infolge einer kurzfristigen Absprache unter den beiden „Großparteien“, wurden beide Posten vorab dem Gremium ohne Alternative angeboten. Der ursprünglich von der SPD favorisierte Gregor Glötzl, der die Stadt gerne als Ersatzbürgermeister repräsentiert hätte, wurde aus parteitaktischen Gründen am Ende der CSU geopfert. So funktioniert Demokratie in der Naabstadt heute doch etwas anders als noch unter der Herrschaft von Heinz Karg.
Auch der Blick auf die Ausschussbesetzung zeigt das. Dort ist künftig gewährleistet, dass jede der sechs Fraktionen mitsprechen und entscheiden können. Ein wichtiger Punkt, um Transparenz und Bürgerbeteiligung über Parteigrenzen hinweg zu schaffen. Das ist notwendig! Gerade angesichts der Probleme, vor denen Burglengenfeld nach dem langsamen Abgang von Thomas Gesche steht. So wartet der Förderschaden von 3,7 Mio € im Kindergartenbereich immer noch auf Bereinigung. Ebenso sollte die jahrelange Renovierungs-Odyssee im Gefängnisturm mit ihren expoldierenden Kosten endlich zu einem Ende kommen. Insgesamt engt der Schuldenturm mit über 40 Mio € die Finanzspielräume der Stadt und ihrer Tochterunternehmen extrem ein, wie die längst überfällige Haushaltsaufstellung für 2026 zeigen wird. Gerade die Sicherung und der dauerhafte Erhalt des Bulmare als Erholungs- und Fitnessort für die Region kann nur mit Unterstützung der Nachbarkommunen und vom Landkreis erfolgen.
Um all diese Probleme bewältigen zu können, braucht der neue Bürgermeister Martin Antretter ein starkes Rückgrat, Weitblick bei den notwendigen Entscheidungen und im Stadtrat viel Unterstützung jenseits von Einzelinteressen und über Parteigrenzen hinaus. Gemeinsam für unsere Heimatstadt!
Darauf hofft das BFB-Stadtratsteam mit Christine Kammerl und Hans Glatzl
