Neuer Anfang

Die Kommunalwahl 2026 ist vorbei und mit Martin Antretter steht ein neuer Bürgermeister bereit, der den Burglengenfeldern einen „neuen Anfang“ versprochen hat. Dieser neue Anfang ist ein bewusst gewähltes, starkes Doppelversprechen – im genauen Sinne ein Pleonasmus, da „neu“ und „Anfang“ im Grunde ja dasselbe sind.

Richtig! Ein Umsteuern ist in der Naabstadt aufgrund der ungelösten Finanzprobleme dringend erforderlich, weil
wichtige Themen wie die endlose Renovierung am Gefängnisturm oder die seit Jahren ungelöste Suche nach dem Förderschadensausgleich beim Kindergartenbau im Wahlkampf totgeschwiegen wurden.

Die inzwischen fast täglich „überraschenden“ Straßensperrungen aufgrund kaputter Wasserleitungen zeigen die Realität in der Stadt zum Feiern. Burglengenfeld muss sich nach Jahren des Verdrängens endlich auf die anstehenden Pflichtaufgaben konzentrieren.

Obwohl Antretter bislang kein kommunalpolitisches Amt bekleidete, kann er hier seine berufliche Erfahrung als „langjähriger Kämmerer“ und geschäftsleitender Beamter in Pettendorf gut einbringen. Diese Kenntnisse werden dringend gebraucht – angesichts der extremen Verschuldung unserer Kommune und des enormen Finanzbedarfs ihrer Tochter-gesellschaften. Hier warten viele Fragen auf einen neuen Anfang.

Wie soll die Stärkung der KiTas funktionieren, wenn genau da seit Jahren 3,7 Mio. fehlen? Wie soll der soziale Wohnungsbau ohne Geld funktionieren? Auch die Klimastrategie Burglengenfelds darf sich nicht länger hinter Wortfloskeln verstecken. „Begegnungsorte“ wie das
Bürgerfest und das Bulmare verursachen bereits jetzt enorme Kosten, die durch eine erfolgreiche Bewerbung um die Landesgartenschau sicher
noch getoppt würden.

Derartige Seifenblasen aus seiner Wahlwerbung sollte Antretter möglichst schnell und ehrlich zurücknehmen, um die Bürger nicht zu enttäuschen. Denn der mit unerfüllbaren Versprechen angerichtete Schaden erzeugt nur noch mehr Politikverdossenheit.

Es braucht Transparenz! Mehr Durchblick für die Bürger! Nur eine Stadtpolitik, die den Menschen vor Ort ehrlich vermittelt wird, ist vertrauenswürdig. Nur, wenn die Öffentlichkeit weiß, wie Entscheidungen in den kommunalen Gremien – im Stadtrat wie in den Aufsichtsräten – zustandekommen, wie Aufträge vergeben werden und welche Kosten diese verursachen, kann man sich ein Bild machen.

Deshalb ist es unabdingbar, die notwendige Arbeit und die finanziell weittragenden Entscheidungen der städtischen Tochtergesellschaften transparent zu machen, statt hinter permanent verschlossenen Türen weiter am Schuldenturm zu basteln.

Für die Aufräumarbeiten und einen echten Neu-Anfang wünsche ich Martin Antretter ein starkes Rückgrat und die Unterstützung aller Stadträte. Wir sind dabei! Das verspricht,

Ihr Hans E. Glatzl