Neue Gemeinschaftsunterkunft in Nittenau

NITTENAU (sr). Bei einer Bürgerinformationsveranstaltung informierte die Regierung der Oberpfalz über eine neue Gemeinschaftsunterkunft in Nittenau.

Franz Wenig, Marina Brückner, Benjamin Boml, Tobias Beer und Sandra Scharf (v.l.n.r.) standen Rede und Antwort. Foto: Alexandra Oppitz

Die Regierung der Oberpfalz plant eine Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete am Waldfrieden in Nittenau. Hierfür wurde bereits ein Objekt angemietet, in welchem derzeit noch Restarbeiten stattfinden. Eine sozialverträgliche Belegung von maximal 35 bis 40 Personen ist etwa ab Juni 2024 geplant.

Die Regierung der Oberpfalz bekommt unterschiedliche Nationen zugeteilt, wobei in Nittenau vor allem eine Unterbringung von Geflüchteten aus den arabischen Herkunftsländern angedacht ist. Die Wohnungen stehen vorwiegend Familien zur Verfügung.

Auf Wunsch des Ersten Bürgermeisters Benjamin Boml erklärte sich die Regierung bereit, die Anwohnerinnen und Anwohner in unmittelbarer Nähe des Mietobjekts in einer Bürgerinformationsveranstaltung über das Vorhaben zu informieren und offene Fragen zu klären.
„Ich habe vor wenigen Wochen die Information erhalten, dass der Regierung von einer Privatperson ein Mehrfamilienhaus zur Anmietung angeboten wurde“, erklärte der Rathauschef, „daraufhin bat ich die Regierung, dies erneut zu prüfen, da die Stadt bereits – zurückreichend bis in die 90er Jahre – einen großen Beitrag in Sachen Flüchtlingsunterbringung leistet.“ Allerdings habe er kürzlich erfahren, dass die Anmietung erfolge und in wenigen Monaten die ersten Geflüchteten einziehen sollen. „Mir war es wichtig, dass die direkte Nachbarschaft die Details aus erster Hand erfährt“, so Boml.

Tobias Beer, zuständig für die Unterbringung und Verteilung von Geflüchteten und Integration, sowie seine Kollegin Sandra Scharf von der Regierung der Oberpfalz beantworteten an diesem Abend den etwa 20 Teilnehmenden diverse Fragen. Unter anderem, dass der Vermieter des Wohngebäudekomplexes im Waldfrieden 18 bei der Regierung ein Angebot für 10 Jahre abgegeben hatte, welches für die Unterbringung von Geflüchteten geeignet ist. Mit Hilfe eines Verteilungsschlüssels werden die Asylsuchenden auf die verschiedenen Regierungsbezirke und Landkreise aufgeteilt.

Aktuell kommen rund 300 neue Asylbewerber pro Monat in die Oberpfalz, die durch die Regierung der Oberpfalz und die Landkreise bzw. kreisfreien Städte untergebracht werden müssen. Die Regierung der Oberpfalz betreut derzeit um die 110 Unterkünfte mit ca. 6.000 Untergebrachten.

Das Mehrfamilienhaus im Waldfrieden ist eine Außenstelle der Gemeinschaftsunterkunft der Thanner Straße und wird voraussichtlich ab 01.06.2024 belegt. Aufgrund der Wohnraumzuschnitte ist keine Einzelbelegung möglich, weshalb die Wohnungen ausschließlich für Familien zur Verfügung stehen. Je nach Lebenssituation werden diese Familien nur wenige Monate im Waldfrieden leben, andere wiederum könnten die Wohnung auch für eine längere Zeit belegen. Die Belegung erfolgt sowohl mit Neuankömmlingen, als auch mit Familien aus der Thanner Straße.

„Die Erfahrung zeigt, dass es bei abgeschlossenen Wohneinheiten zu wenigen bis keinen Problemen kommt“, erklärte Beer. Deshalb sei man zuversichtlich, dass es in der Nachbarschaft ruhig bleiben werde. Sollte es trotz allem zu Lärmbeschwerden oder ähnlichem kommen, könne sich die Bevölkerung direkt an die Mitarbeitenden in der Gemeinschaftsunterkunft der Thanner Straße oder an das Rathaus wenden, welche den Kontakt zur Regierung aufbauen.

Erster Polizeihauptkommissar und Leiter der Polizeiinspektion Burglengenfeld, Franz Wenig, stimmte den Vertretern der Regierung der Oberpfalz zu. Die Statistik zeige, dass es sich in Nittenau und Bruck sehr sicher leben lässt. Im Jahr 2022 wurden 387 Straftaten gemeldet, ein Jahr später reduzierte sich die Zahl auf 323. Unter den insgesamt 229 Tatverdächtigen waren 87 Personen, die keine deutsche Staatsbürgerschaft. Von diesem Kreis waren 14 Prozent Zuwanderer. Diese wurden vor allem durch leichte Diebstahlsdelikte auffällig. „Deshalb sehe ich diese Situation im Hinblick auf die Kriminalitätsbelastung sehr gelassen“, so Wenig.