Schule setzte ein Zeichen gegen den Einsatz von Kindersoldaten

NITTENAU (sr). Am Regentalgymnasium Nittenau stellten Schule und Politik die Gewalt an Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt.

Sie setzten mit ihren roten Händen ein Zeichen: Beate Dallmeier, Benjamin Boml, Daniela von der Weien , Tina Winklmann, Markus Auburger und Felicitas Wein (Fotos: Alexandra Oppitz)

Jedes Jahr findet am 12. Februar der offizielle Gedenktag gegen den Einsatz von Kindersoldaten statt. „Kindersoldaten, was hat das denn mit mir zu tun?“, fragten sich einige SchülerInnen des Regentalgymnasiums, als sie das Thema in ihrem Religions- und Ethikunterricht behandelten. „Dann aber haben wir schnell festgestellt, dass wir diese Angelegenheit, auch wenn wir selbst nicht unmittelbar davon betroffen sind, nicht einfach von uns wegschieben können.“ Denn selbst im Jahr 2024 werden weltweit etwa 250.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in über 20 Ländern in kriegerischen Auseinandersetzungen ausgebeutet, die meisten davon im Nahen Osten, in Afrika und in Asien.

Eine erfolgreiche Aktion gegen den Einsatz von Kindersoldaten in der Regentalgymnasium.

Das brachte die Sechst- und FünftklässlerInnen zum Nachdenken. Das Thema müsse in den Mittelpunkt gerückt werden. Und so kam es, dass die Lehrerin Monika Schmitt gemeinsam mit der Schulfamilie eine Veranstaltung zum „Red Hand Day“ organisierte. Anwesend waren auch MbB Tina Winklmann, Entwicklungshelferin Beate Dallmeier und Erster Bürgermeister Benjamin Boml, welcher das Engagement und den Einsatz der Schulfamilie außerhalb des Klassenzimmers lobte. Die Moderation übernahmen die SchülerInnen Matthias Auburger, Johanna Schindler und Felicitas Wein.

Beate Dallmeier berichtete über ihre Erlebnisse als Entwicklungshelferin in Myanmar. Dabei erfuhren die Anwesenden unter anderem, wie die Kinder zur Waffe kommen und wie das Militär die Gesellschaft vor Ort beeinflusst. Bei einer anschließenden Fragerunde konnte sie sich mit den Kindern austauschen. Dabei wurden Fragen über die Verschleppung von Jugendlichen, das Aufwachsen in Militärfamilien und das Verschwinden von jungen BürgerInnen beantwortet.

Die drei ModeratorInnen machten anschließend deutlich, dass den Mädchen und Jungen ihre Kindheit und Jugend gestohlen und ihre Rechte mit den Füßen getreten werde. Dem konnte die stellvertretende Schulleiterin Daniela von der Weien nur zustimmen: „Wir dürfen bei diesem wichtigen Thema unsere Augen und Ohren nicht verschließen.“ Kindersoldaten seien keine vorübergehende oder örtlich begrenzte Erscheinung, weshalb hier unbedingt angemahnt und hingesehen werden müsse.

Das Moderationsteam richtete gleichzeitig ihren Appell an die Politik, dass Kinder und Jugendliche nicht für den Krieg missbraucht werden dürfen. Zudem forderte es verstärkt gegen den Missstand „Kindersoldaten“ vorzugehen. Hier zeigte die Bundestagsabgeordnete Tina Winklmann auf, was die Politik unternimmt, um solche Missstände vermeiden zu können. Dabei nannte sie die Entwicklungshilfe sowie das Verbot von Waffenexporten in ausgewählte Länder. Außerdem betonte sie die Bedeutung von Wissen: „Bildung ist der Schlüssel zur Freiheit und Eigenständigkeit.“

Als Zeichen des Protests und der Solidarität gegenüber den Betroffenen haben die SchülerInnen des RTG anlässlich des „Red Hand Days“ zahlreiche rote Handabdrücke angefertigt. Diese wurden mit persönlichen Wünschen und Botschaften an die Politik zum Thema „Kindersoldaten“ versehen. Die Bundestagsabgeordnete nahm diese entgegen und versicherte, dass sie die gebastelten Hände an Außenministerin Annalena Bärbock überreichen werde.
Um selbst ein Zeichen setzen zu können, gaben Dallmeier, Winklmann, Boml und von der Weien zusammen mit den drei ModeratorInnen einen roten Handabdruck ab. Diese werden immer ein Zeichen dafür sein, sich gegen die Gewalt an Kindern einzusetzen.