Social Media Self Control


TEUBLITZ (sr). Was machen die sozialen Medien mit uns? Wollen wir das? Und wenn nein, was können wir dagegen tun? – Unter diesen Fragestellungen stand der Vortrag von „Max und Max“ an der Telemann-Schule Teublitz. Schülerinnen und Schüler der Mittelschule lernten nicht nur, wie sie „ihr“ Internet sicherer machen konnten, sondern beschäftigten sich vor allem mit ihrem eigenen Medienkonsum.

Die Referenten Max und Max (stehend), zwei ehemalige Schülersprecher, referierten vor den Schüler*innen der 5. bis 9. Klassen an der Telemann-Schule. (Foto: Maximilian Knack, Smile Youth)

Die beiden Referenten Max Prochazka und Maximilian Knack aus Berg bei Neumarkt forderten die Kinder und Jugendlichen der Klassen 5 bis 9 dazu auf, abzuschätzen, wie viel Zeit pro Tag sie damit zubrachten, auf irgendwelche Bildschirme zu schauen. Viele der Anwesenden kamen auf acht bis zwölf Stunden – ein für die Jugendlichen überraschender Wert. Aus den Tageswerten wurden dann Jahreswerte hochgerechnet und die Jugendlichen stellten fest: „Eigentlich klaut uns das Handy echte Lebenszeit, mit der man etwas Besseres anfangen könnte.“ Das Gegenkonzept – ein Leben ganz ohne Smartphone – konnte sich jedoch auch niemand ernsthaft vorstellen.

Bei einer Abstimmung stellte sich heraus, dass die Schüler*innen neben der Nutzung von Social Media auch ihre Hobbys, ihre Familien und Freunde und das „Rausgehen“ für sehr wichtig hielten. Leider blieb dazu oft zu wenig Gelegenheit. Gemeinsam überlegten sie, wie junge Leute ihre Bildschirmzeit reduzieren könnten.

Max und Max erklärten, wie welche Apps ihre jungen Kunden ganz gezielt möglichst lange am Handy halten. Viele Apps sind nur auf den ersten Blick „kostenlos“. Denn statt Geld bezahlen die Nutzer mit ihren Daten, die sich verwerten und verkaufen lassen. Viele „kostenlose“ Apps verlangen von den Nutzern, dass sie auf die auf dem Handy gespeicherten Daten zugreifen dürfen.

Breiten Raum in dem Vortrag nahm die Frage ein, wie die Schüler*innen ihre Handys nutzten. Dabei stellte sich heraus: Viele folgen verschiedenen Influencern, die sie interessieren oder die sie sich zum Vorbild genommen haben.

„Wer sich im Internet darstellt, versucht, so fehlerfrei wie möglich rüberzukommen“, erklärten Max und Max. Dabei zeigen die dargestellten Fotos nicht immer die Wahrheit. Sie sind, ebenso wie die Informationen, die mit den Bildern verknüpft sind, geschönt. Die Schüler*innen kamen zu dem Schluss: „Wen man die Fotos von anderen Leuten sieht, möchte man auch so sein und verändert sich für die sozialen Medien. Man ist dann nicht mehr man selbst. Viele sind dann auch mit sich unzufrieden.“
Außerdem können Posts von sich selbst, die man heute noch für cool hält, bald schon mega-peinlich sein. Überhaupt ist es immer schlau, in den sozialen Medien nicht zu viel Persönliches von sich Preis zu geben. Denn immer wieder kommt es vor, dass solche Informationen für Cybermobbing genutzt werden. Wer seine Privatsphäre von vornherein schützt, bietet weniger „Material“ und weniger Angriffsfläche für Mobber.

Max und Max stellten auch einen „SOS-Plan Cyber-Mobbing“ vor, mit dem sie betroffenen Kindern und Schüler*innen eine Strategie an die Hand geben möchten, sich selbst mit Unterstützung von außen zu helfen.

Alle Schüler*innen wurden im Anschluss aufgefordert, zwei Wochen lang eine „Social Media Self Control“ durchzuführen. Anhand von 14 kurzen Aufgaben sollten die Jugendlichen ihr Medienverhalten reflektieren und so in Zukunft achtsamer im Netz unterwegs sein.

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