Verstärkung der psychosozialen Notfallversorgung im Landkreis

SCHWANDORF/Lkr.(sr). In Extremsituationen professionelle Betreuung bieten: In einem Satz zusammengefasst ist dies genau das Aufgabengebiet, das Krisenintervention und Notfallseelsorge abdecken müssen. Dies ist zum Beispiel notwendig, wenn ein naher Angehöriger verstirbt oder wenn man Zeuge eines tragischen Unfalls geworden ist.

v.l.: Janine Jobst, Andreas Kramer, Torsten Färber, Landrat Thomas Ebeling, Abteilungsleiterin am Landratsamt Viktoria Schmalhofer. Foto: Matthias Meier, Landratsamt Schwandorf

Bei größeren Schadensereignissen mit umfangreichen Betreuungsmaßnahmen wie bei Bus- oder Zugunglücken aber auch bei Amok-Lagen o. ä. ist der Bereich „Psychosoziale Notfallversorgung“, kurz PSNV, ein eigener Einsatzabschnitt der eine fachliche Einsatzleitung benötigt. Damit diese auch im Landkreis Schwandorf gewährleistet ist, haben sich Janine Jobst und Torsten Färber von der Johanniter-Unfall-Hilfe an der staatlichen Feuerwehrschule in Geretsried fortgebildet. Die entsprechende Urkunde, mit welcher sie zu Leitern im Bereich der psychosozialen Notfallversorgung ernannt wurden, haben sie am Landratsamt Schwandorf aus den Händen von Landrat Thomas Ebeling überreicht bekommen. Ebeling dankte den engagierten Johannitern für ihre Bereitschaft zur Weiterbildung: „Durch Ihre Teilnahme an der Fortbildung ist gewährleistet, dass im Landkreis Schwandorf in Extremsituationen kompetente Hilfe angeboten werden kann.“. Ebeling betonte in diesem Zusammenhang auch, wie wichtig die Arbeit im Bereich der psychosozialen Notfallversorgung für den einzelnen Menschen und die Gesellschaft ist.

Andreas Kramer, Ortsbeauftragter des Johanniter-Ortsverbandes Schwarzenfeld, betonte, dass man beim Thema psychosoziale Notfallversorgung auch intensiv mit den Notfallseelsorgern der Kirchen sowie den Einsatzkräften von Polizei und anderen Hilfsorganisationen zusammenarbeite. Der Qualifikationserwerb zum „Leiter PSNV“, wie er nun Janine Jobst und Torsten Färber gelungen ist, stellt eine sehr anspruchsvolle Angelegenheit dar, betonte Kramer und unterstrich damit das hohe Niveau auf welchem die psychosoziale Notfallversorgung im Landkreis nun rangiere.
Die Psychosoziale Notfallversorgung befasst sich im engeren Sinne, einzig mit der sog. psychosozialen Akuthilfe. Psychosoziale Akuthilfe ist die kurzfristig und ereignisnah angebotene, methodisch- strukturierte, nicht-therapeutische psychosoziale Beratung und Unterstützung für Überlebende, Angehörige, Hinterbliebene und Zeugen und/oder Vermissende bei Notfällen durch hierfür speziell qualifiziertes Personal. Ihr Einsatzzeitraum ist die Akutphase. Ihre Einsatzbereiche sind an der Einsatz- bzw. Schadensstelle und weiteren Orten mit Betreuungsbedarf der Betroffenen.

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