„Macht und Pracht“: Der Tag des offenen Denkmals in Burglengenfeld


Datum/Zeit
10.09.2017 - 00:00 Uhr

Veranstaltungsort
Oberpfälzer Volkskundemuseum


Ansichtskarte: Burglengenfeld mit der Naab und der Burg im Hintergrund, um 1905. (© Opf. Volkskundemuseum Burglengenfeld)

BURGLENGENFELD (sr). Stadtführungen, Ausstellungen und ein Freilichtspiel: Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 10. September, gibt es in Burglengenfeld eine ganze Reihe von spannenden Angeboten. Das bundesweite Motto „Macht und Pracht“ passt ganz besonders gut zum 475. Jahrestag der Verleihung der Stadtrechte durch die neuburgischen Pfalzgrafen Ottheinrich und Philipp, der in Burglengenfeld das ganze Jahr über gefeiert wird.

Am Denkmaltag sind in Burglengenfeld heuer wieder viele kundige Persönlichkeiten bereit, interessierten Gästen Wissenswertes aus der Geschichte der Stadt und der näheren Umgebung im Rahmen von Führungen zu vermitteln.

Die Macht der Herrschenden drückt sich seit jeher in besonders prächtigen Architekturdenkmalen und Kunstwerken aus, gleich ob es sich um geistliche oder weltliche Herren handelt. Formen, Materialien und Farben, Architekturornamente und vor allem auch die repräsentativen Standorte der Wohn-, Sakral- und Verwaltungsbauten lassen kulturellen Anspruch und soziales Selbstverständnis erkennen.

In Burglengenfeld steht die gesamte Altstadt seit Erlass des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes 1973 unter Ensembleschutz, sodass wichtige Spuren der pfalz-neuburgischen Vergangenheit erhalten geblieben sind. Große Brände und die wirtschaftlichen Neuerungen der Moderne haben aber manch altes Gebäude verschwinden lassen. Auch außerhalb der Stadtmauern und -tore findet man größere und kleinere Denkmäler mit oft prächtiger Ausstattung. Solche Orte aufzusuchen und deren Bedeutung für das Leben in vorindustrieller Zeit nachzuvollziehen, haben Besucher am Tag des offenen Denkmals, Sonntag 10. September, in und um Burglengenfeld Gelegenheit.

Los geht es aber bereits am Vorabend: „Galgenberg – Richtstätte im Mittelalter“ heißt ein kleines Freilichtspiel, das am Samstag, 9. September, ab 20 Uhr am Originalschauplatz aufgeführt wird. Burglengenfeld ist einer der wenigen Orte, an denen eine historische Richtstätte, weithin sichtbares Zeichen landesrichterlicher Macht über Leib und Leben der Untertanen, noch weitgehend original erhalten ist. In besonders stimmungsvoller Atmosphäre führen Laienspieler rund um Gerhard Schneeberger das Schauspiel über den Teufelskünstler und Raubmörder Andreas Büchl aus Regendorf auf, der am 9. Juni 1809 als letzter Delinquent am Burglengenfelder Galgenberg hingerichtet wurde, nachdem er mehrere junge Frauen umgebracht hatte.

Treffpunkt: Galgenberg, Dauer ca. 1,5 Stunden, Gäste zahlen pro Person fünf Euro; Kinder sollten mindestens 14 Jahre alt sein. Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung im Rathaus gebeten bei Gerhard Schneeberger per E-Mail an gerhard.schneeberger@burglengenfeld.de oder im Bürgerbüro der Stadt Burglengenfeld, Tel. (09471) 70 18 64.

Am Tag des offenen Denkmals (Sonntag, 10. September 2017) sind in Burglengenfeld folgende Gebäude bei freiem Eintritt zu besichtigen:

Kapelle in Saaß bei Pottenstetten, 11 bis 17 Uhr. Die Kapelle wurde 1873 erbaut und am 26. März 1877 von Kooperator Götzfried geweiht. Anlass war der tödliche Unfall des neunjährigen Hoferben Georg Lautenschlager. Die Kapelle gehört heute zum Anwesen Jawork. Um 14 Uhr wird Ortsheimatpfleger Günther Plößl die Geschichte der Kapelle und die inzwischen fast abgeschlossenen Sanierungsmaßnahmen erläutern. Spenden für den Erhalt der Kapelle sind willkommen!

Burg zu Lengenfeld, 14 bis 17 Uhr. Die beherrschende Anlage oberhalb der Stadt im Naabtal befindet sich seit 1968 im Privatbesitz der Familie Heuser und wird als sozialpädagogische Einrichtung genutzt. Es handelt sich um eine der größten Burganlagen Bayerns, ist historisch eine der Wiegen des Wittelsbacher Königshauses, war Residenz der neuburgischen Pfalzgrafen im 16. Jahrhundert und erlebte glanzvolle Herrscher ebenso wie Plünderungen und Verfall im Lauf von mehr als 1000 Jahren. Die Burg kann am Tag des offenen Denkmals bei freiem Eintritt besichtigt werden.

Oberpfälzer Volkskundemuseum, 14 bis 17 Uhr. Im Burglengenfelder Museum wird am 8. September eine großartige Kunstausstellung, veranstaltet von der City-Galerie Regensburg, eröffnet. Zu besichtigen ist die Ausstellung bis zum 15. Oktober 2017. Zu sehen sind Ölbilder, Aquarelle und Zeichnungen von Josef Georg Miller (1905-1983), einem der bedeutendsten akademischen Nachkriegs-Expressionisten, der nach dem 2. Weltkrieg in Kallmünz gelebt und zahlreiche farbensprühende Bilder seiner Heimat hinterlassen hat. Am Denkmaltag ist die Ausstellung ebenso wie das gesamte Museum mit den neu gestalteten stadtgeschichtlichen Abteilungen im Erdgeschoss zugänglich – der Eintritt ist frei.

Stadtführung „Burglengenfeld in fünf Jahrhunderten“, 16 bis 17.30 Uhr, mit Josef Rückl. Treffpunkt ist am Georgs-Brunnen am Marktplatz, Teilnahmegebühr: zwei Euro. Viele Gebäude in der Burglengenfelder Altstadt – Kirchen, Amtsgebäude, Wirtshäuser und Wohn- und Geschäftsbauten – lassen bis heute die Pracht des hohen Mittelalters erkennen. Als pfalz-neuburgische Residenz, Poststation und Sitz des Landrichters sowie weiterer überörtlicher Behörden war Burglengenfeld bis in das 20. Jahrhundert einer der wichtigsten Zentralorte der mittleren Oberpfalz. Hier wurde Politik gemacht und Recht gesprochen, hier traf man sich auf den Jahr- und Wochenmärkten, hier ging man ins Wirtshaus und später ins Kino, hier erlebte man großartige Prozessionen und Feste. Am 15. November 2542, also vor genau 475 Jahren, wurde der Markt Lengenfeld mit den Stadtrechten ausgezeichnet.

Josef Rückl wird einige der erhaltenen Gebäude aufsuchen und den Gästen auch das Innere des Örtlturms zeigen, der den südwestlichen Teil der Stadtmauer markiert und heute vom Kommunalen Musikunterricht und den Städtepartnern aus Johanngeorgenstadt genutzt wird.

Malerwinkel-Nachtwanderung mit Gerhard Besenhard, 18 bis 21 Uhr, mit Gerhard Besenhard. Treffpunkt ist auf dem Irl an der Naab zwischen den beiden Holzbrücken, Gesamtlänge ca. elf Kilometer, Teilnahmegebühr: sechs Euro für Erwachsene und vier Euro für Kinder. Stirn- oder Taschenlampen und festes Schuhwerk sind mitzubringen, Anmeldungen unter Tel. (0151) 50 73 79 29 oder per E-Mail an juratours@t-online.de.

Unterwegs mit dem zertifizierten Natur- und Landschaftsführer Gerhard Besenhard geht es auf die sogenannte „Malerwinkel-Runde“. Auf dieser geführten Wanderung zeigt Besenhard den Teilnehmern die Schönheiten der Natur, weiß Spannendes über die Geschichte des Brunnmühlbaches oder der frühmittelalterlichen Kirche St. Martin in Premberg zu erzählen und bringt dabei auch die Sage der Teufelsrinne am Premberger Berg den Zuhörern nahe. Über die aktuelle Problematik mit Bibern an der Naab und am Saltendorfer Weiher wird ebenfalls referiert. Das letzte Stück an der Naab entlang geht es mit Wachs-Fackeln zurück nach Burglengenfeld.

Lade Karte ...

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen