Stadtführung mit Günther Plößl: „Reformation und Gegenreformation“


Datum/Zeit
05.06.2017 - 15:00 Uhr

Veranstaltungsort
Christuskirche


Die heutige evangelische Christus-Kirche, früher Kapuziner-Klosterkirche.

BURGLENGENFELD (sr). Am Pfingstmontag, 5. Juni 2017, lädt Ortsheimatpfleger Günther Plößl zur historischen Stadtführung zum Schwerpunkt „Reformation- und Gegenreformation“ ein. Treffpunkt ist um 15 Uhr am Dietrich-Bonhoeffer-Platz vor der evangelischen Christuskirche. Die Teilnahmegebühr für die rund 2-stündige Führung beträgt drei Euro pro Person.

Das „Luther-Jahr 2017“ ist geprägt vom 500-jährigen Reformationsjubiläum. In der Pfalz Neuburg wurde der neue Glauben allerdings erst 1542 durchgesetzt, also vor genau 475 Jahren. Die Reformation und die Gegenreformation vor genau 400 Jahren, die unter Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm ab 1617 eingeführt wurde, hatten ebenfalls große Auswirkungen für Burglengenfeld. Wie sah diese Stadt damals aus, was passierte dort und welche markanten Gebäude wurden errichtet? Ortsheimatpfleger Plößl wird einige der Stationen aufsuchen, an denen sich religiöse Denkmale befinden und wichtige Stationen der Stadtgeschichte abgespielt haben, die teilweise Auswirkungen bis heute haben.

Die Geschichte der religiösen Wandlungen unter dem Motto „Cuius regio, eius religio“ lässt sich auch an Gebäuden und Symbolen ablesen. So ist etwa der Stadtpatron St. Georg in der Stadtrechtsurkunde von 1542 von den beiden Pfalzgrafenbrüdern Ottheinrich und Philipp bewusst nicht als „Heiliger“ beschrieben worden, sondern als „Kürassier oder Ritter“, der den Drachen sticht – so wollten die Landesherren die Reformation auch symbolisch durchsetzen. Prof. Jürgen Weber hat mit dem „nackerten Schorsch“ am Marktplatzbrunnen diese Absicht wiederum in moderne Kunst umgesetzt.

Im 17. und besonders im 18. Jahrhundert aber wurde die Gegenreformation mit aller Macht durchgesetzt. An zwei Kupferstichen von 1717, die zur Zeit im Oberpfälzer Volkskundemuseum zu besichtigen sind, kann man erkennen, mit welch großem Aufwand jesuitische Prediger damals Tag- und Nachtprozessionen veranstalteten, die mit Theater , Musik und Umzügen fast wie heutige Bürgerfeste wirken. Das zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichtete Kapuzinerkloster mit dem für Bettelorden typischen Dachreiter auf dem Kirchendach und der ehemaligen Klosterschenke ist das letzte große Denkmal jener Geschichte, denn das Kloster mit damals 20 Geistlichen und 6 Laienbrüdern wurde in der Säkularisation 1802 aufgelöst. Die Kirche wurde 1959 zur evangelischen Christus-Kirche umgewidmet.

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