An Ostern 1986 protestierten mehr als 100.000 Menschen gegen den damals geplanten Bau einer Wiederaufbereitungsanlage (WAA) im Taxöldener Forst bei Wackersdorf.

Um den fünf Kilometer langen Zaun aus Stahl und Stacheldraht um das Baugelände ausreichend schützen zu können, hatte die Polizei die zusätzliche Rodung eines 450 Meter langen und 10 Meter breiten Waldstreifens durchgesetzt. Polizeiführung und bayerisches Innenministerium hatten „die große Schlacht“ prophezeit und 41 Wasserwerfer und 3000 Polizisten hinter dem Bauzaun aufgezogen.

Während Schwandorfs Landrat Hans Schuierer im Rahmen der Osterkundgebung für einen friedlichen, gewaltlosen Widerstand plädierte, lieferten sich Polizisten und einige hundert militante Demonstranten am stacheldrahtverschlagenen Bauzaun wilde Gefechte mit Steinen, Stahlkugeln, Wasserfontänen und CS-Reizgas. Christliche Jugendgruppen und engagierte Mitglieder der Bürger- und Friedensinitiativen versuchten mit Menschenketten mäßigend auf die Konfliktparteien einzuwirken.
Die Lösungsvorschläge für das Problem „Bau einer WAA Wackersdorf“ sahen unterschiedlich aus. Hans Schuierer plädierte für einen Ausstieg aus der Kernenergie; Bayerns Ministerpräsident Franz-Josef Strauß war entschlossen, „der Autorität des Staates auch in Wackersdorf Geltung zu verschaffen“.
40 Jahre später sieht Peter Gauweiler, 1986 bis 1990 bayerischer Innenstaatssekretär, Kampfname: „der schwarze Peter“, die Sache so: „Wir waren überzeugt, dass die Kernenergie aus hiesigen Kraftwerken sicher ist und auch noch die beste Garantie für saubere Luft. Wir haben in den Demonstranten irregeleitete Aktivisten gesehen, die den technischen Fortschritt aufs Spiel setzen.“ (Quelle: SZ-Magazin vom 2. April 2026).
Schuierer, der ohne Rücksicht auf persönliche Nachteile maßgeblich zur Verhinderung der WAA beitrug, sieht 2026 die Auseinandersetzungen um die WAA nicht mehr als zentrales Kernthema. Wichtiger, so Schuierer in der MZ, seien Fragen des Klimaschutzes: „Darüber muss man heute viel mehr reden“. Es gehe darum, junge Menschen zu informieren und zum Mitdenken anzuregen – eine Aufgabe, der er sich weiterhin widme, etwa bei Besuchen in Schulen und Bildungseinrichtungen.
Susanne Urban, eine Schülerin aus Maxhütte-Haidhof, die gerade eine Facharbeit zum Thema WAA schrieb, stellte in BR24 bedauernd fest, dass viele junge Menschen ihrer Generation, auch gebürtige Oberpfälzerinnen und Oberpfälzer, noch nie von den Protesten gegen die WAA gehört hätten.

