SPD-Stadtratsfraktion Burglengenfeld fordert Markus Leopold zum Rücktritt auf

BURGLENGENFELD (sr). Die SPD-Stadtratsfraktion Burglengenfeld fordert AfD-Stadtrat Markus Leopold auf, sein Stadtratsmandat mit sofortiger Wirkung niederzulegen. „Unabhängig vom Ausgang des strafrechtlichen Verfahrens wegen des Verdachts des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und der Beleidigung hat Markus Leopold unserer Auffassung nach die notwendige Autorität und die Glaubwürdigkeit für die Ausübung seines Stadtratsmandates verloren“, sagt Fraktionsvorsitzender Hans Deml.

Durch die bundesweite Medienberichterstattung war bekannt geworden, dass es sich bei dem 33-jährigen Deutschen, gegen den die Kriminalpolizeiinspektion Amberg nach Vorfällen bei der Italienischen Nacht ermittelt, um AfD-Stadtrat Markus Leopold handelt. Laut der offiziellen Pressemeldung des Polizeipräsidiums Oberpfalz hatte ein 33-jähriger Mann bei der Veranstaltung zunächst eine Mitarbeiterin des Sicherheitsdienstes beleidigt, anschließend Widerstand gegen Polizeibeamte geleistet, einen polizeilichen Platzverweis missachtet und versucht, auf ein dienstliche Einsatzmittel zuzugreifen. Der Mann habe sich unkooperativ und aggressiv verhalten, ein Polizeibeamter erlitt im Einsatz leichte Verletzungen. Der Mann wurde letztlich gefesselt und in Gewahrsam genommen.

„Markus Leopold hatte nun seit dem 28. Juni 2026 Zeit in sich zu gehen, Reue zu zeigen, sich bei allen Beteiligten zu entschuldigen und mit einem Rücktritt aus freien Stücken Verantwortung zu übernehmen. Nichts davon ist bislang geschehen“, heißt es in einer Pressemitteilung der SPD-Stadtratsfraktion. Stadtrat Peter Wein: „Es steht in Rede, dass Polizeibeamte und Mitarbeiter eines Sicherheitsdiensts angegriffen und Menschen rassistisch beleidigt wurden. Ganz generell gilt: Wenn das zutrifft, kann man aus unserer Sicht nicht Mitglied eines Stadtrats sein.“ Man schwöre als Stadtrat auch seine Treue zum Grundgesetz und zur Bayerischen Verfassung.

Ein Mitglied des Stadtrates trägt eine besondere Verantwortung. „Die Bürgerinnen und Bürger Burglengenfelds dürfen erwarten, dass ihre gewählten Vertreter für Respekt, Zusammenhalt, demokratische Werte und einen verantwortungsvollen Umgang miteinander stehen sowie staatliche Institutionen wie die Polizei achten. Wer diesem Anspruch nicht mehr gerecht wird oder das Vertrauen in das Amt nachhaltig beschädigt, sollte persönliche Konsequenzen ziehen“, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Alexander Schön (Die Linke) verweist in diesen Zusammenhang auf einen Facebook-Posts Leopolds, in dem er demokratischen Parteien vorwirft, beim Thema Innere Sicherheit zu versagen. „Nun wurde Markus Leopold selbst zu einem Sicherheitsproblem bei einer bis dahin vollkommen friedlichen Großveranstaltung. So ein Mann darf meiner Meinung nach kein Repräsentant unserer weltoffenen Stadt sein!“

Die SPD-Stadtratsfraktion fordert Markus Leopold deshalb auf, sein Mandat im Stadtrat unverzüglich niederzulegen und damit weiteren Schaden von den städtischen Gremien und dem Ansehen der Stadt abzuwenden.